2009

EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR RINALDO

12 Einer für alle - alle für Rinaldo

2006 – 43,30 min/HD

Regie: Miriam Pucitta, Michael Chauvistré

Kamera: Michael Chauvistré

Ton: Jens Christian Börner, August Freyhaus, Has Swinkels

Musik und Gesang: Lucia Lauri

Montage: Miriam Pucitta

Sounddesign: Marc Parisotto

Mischung: Michael Hinreiner

Produktion: Happy Endings Film im Auftrag des BR

Redaktion: BR  Christian Baudissin

Rinaldo ist ein seit mehr als vierzig Jahren in München lebender Italiener, der es geschafft hat, in der Fremde nicht nur anzukommen, sondern auch erfolgreicher zu sein, als mancher Deutsche, der es in München versucht hat. Während der heute 85jährige Ezio, sein Vater, aus einer Welt tiefster Armut stammt, in der der Familienzusammenhalt den einzige Garant zum Überleben darstellte, erkennt Rinaldo, als er Mitte der 60er Jahre als Jugendlicher in München ankommt, seine Aufstiegschance gerade im Ausscheren aus dem Familienclan. Mit Roswitha, einer Österreicherin, gelingt es ihm, als Schauspieler, als Vertreter für italienische Modeschuhe und schließlich als Gastronom der gehobenen Kategorie Erfolg und Anerkennung in einem ihm fremden Sprach- und Kulturraum zu ernten. Beim Sohn Lajos hat sich die Assimilation an die deutsche Gesellschaft noch eine Stufe weiterentwickelt. Ganz bewusst wurde er von seiner Mutter an eine Walldorf-Schule geschickt, also in ein kulturelles Umfeld, das in seiner sich selbst genügenden anthroposophischen Behütetheit, vom Kampfgeist des elterlichen Emigrantenwirtschaftswunders so weit entfernt war, dass der Sohn sich in der Phase seiner Pubertät soweit vom Vater entfremdete, dass die italienische Sprache und Tradition für ihn lange ohne Bedeutung war. Der harte Lebensweg Rinaldos, also die Kindheit unter der Herrschaft des Vaters Ezio und das Sich-Freischwimmen und Erwachsenwerden in München, und dann vor allem der Bezug zu seinem Sohn Lajos werden in diesem Film wieder lebendig. Rinaldo sagt über seinen Sohn, dass der Apfel nicht weit vom Baum gefallen ist. Aber davon will Lajos sich entschieden distanzieren: „Wer lässt sich schon gerne gänzlich vereinnahmen? Natürlich habe ich viel von ihnen. Es gibt aber genau so viele Dinge, die einen doch unterscheiden. Nur Eltern neigen immer dazu, das nicht wahrnehmen zu wollen.“

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