2005

Der TRAUM DES VATERS

10 Der Traum des Vaters

2005 – 56 min./HD

Regie: Miriam Pucitta, Michael Chauvistré

Kamera: Michael Chauvistré

Ton: Jens Christian Börner, August Freyhaus, Has Swinkels

Musik und Gesang: Lucia Lauri

Montage: Miriam Pucitta

Sounddesign: Marc Parisotto

Mischung: Michael Hinreiner

Produktion: Happy Endings Film im Auftrag von ARTE

Redaktion: ARTE  Zdena Frölich, Jochen Kölsch

1964 kam Ezio Talamonti mit seiner Familie nach Deutschland. Nicht mit dem Zug und einem Pappkoffer unterm Arm, wie Tausende seiner Landsleute, die in dieser Zeit vor dem Hunger in den Norden flohen. Ezio kam nach München in einem neuen roten Fiat, mit seinem kleinen Vermögen in der Tasche, das der Verkauf seiner Bar Grappolo d’oro in Porto d’Ascoli, einem kleinen Dorf an der Adriaküste in den Marken erbracht hatte. In München arbeitete er als LKW-Fahrer in der Großmarkthalle. Die beiden jüngsten Kinder kamen in München in die Schule, Rinaldo, der Älteste wurde gleich Kellner in einer Eisdiele. Ezios Traum war es, hier eines Tages ein Restaurant aufzumachen, natürlich mit Unterstützung von Frau und Kindern. Aber das Leben war nicht so einfach, und Ezio musste nach drei Jahren das Handtuch werfen und sein geliebtes Deutschland verlassen.

Dreißig Jahre später macht Rinaldo im Herzen Münchens ein Restaurant auf und erfüllt damit den Wunsch seines Vaters. Der Weg dahin war nicht leicht, es gab großen Erfolg und viele Rückschläge. Rinaldos eigentlicher Traum blieb aber das Kino, denn dort war er in den 70er Jahren für Millionen von Zuschauern „der kleine Italiener“. Parallel dazu baute er mit seiner Frau Roswitha, einer Österreicherin einen italienisch-deutschen Schuhhandel auf. Heute ist das Restaurant seine Bühne. Und diesmal ist es sein Sohn Lajos, ein Schauspieler und Theaterregisseur, der es übernommen hat, den Traum des Vaters zu verwirklichen. Eine Lebensaufgabe.

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